78. - 117. Tag: 21.September - 30.Oktober - Update siehe Unten!

Wir schreiben Oktober den Dreißigsten und haben wieder jede Menge neuer Erfahrungen und Eindrücke im gelobten Land sammeln dürfen, welche wir euch natürlich auf gar keinem Fall vorenthalten wollen.

Wie bereits im letzten Tagebucheintrag angekündigt, stand wieder einmal ein Besuch beim Friseur an, um der inzwischen auf eine beträchtliche Länge von 20 Zentimetern angewachsenen langen Lockenpracht den Gar auszumachen. Resultat des einstündigen Sondereinsatzkommandos in Form einer Israelin, welche so ein haariges Desaster noch nie zu Gesicht bekam:
Eine wohltuende Kopfmassage, Reduzierung des Haupthaar um rund 15 Zentimeter und finanzielle Einbußen von 50 Schekel, welche bei dieser „Drecksarbeit“ aber durchaus als angemessen zu bewerten sind. Jetzt saß mir auch wieder meine graue Schiebermütze wie angegossen und so entließ man mich mit neuem Lebensgefühl wieder in den israelischen Alltag.

Es folgten vier sehr erholsame und eindrucksvolle Tage in Jerusalem, vom 28.September bis 1.Oktober.

So verließen wir also unser trautes Heim gegen Mittag, und zogen mit voll gepackten Reiserucksack in die traute israelische Weltgeschichte. Schnell ein Ticket an der Busstation gekauft und nichts wie ab mit dem Überlandbus entlang der Mittelmeerküste über Tel-Aviv nach Jerusalem. Nach zweistündiger Fahrt da auch angekommen, nahm uns Mathias, ein deutscher Volontär, welchen wir beim Ausreiseseminar in Hamburg kennen gelernt hatten, an der hiesigen Busstation in Empfang und geleitete uns zu seiner Wohnung, welche sich in der sehr zentral gelegenen Rambam Street befindet. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einem riesigen Park vorbei, in welchem man die „Knesset“, den Sitz des israelischen Parlaments, finden kann. In der Wohnung angekommen, erholten wir uns erst einmal von den Reisestrapazen und bezogen anschließend Quartier. Doch viel Zeit blieb uns nicht, denn gegen halb fünf sollten wir uns bereits am Damaskustor einfinden, da dort unsere Bus zum Toten Meer auf uns wartete. Dieser Ausflug wurde vom Pfarrvikar der Erlöserkirche in Jerusalem, Phillip Kampe, organisiert und insgesamt betrug unsere Gruppe mehr als 50 deutsche Volontäre, von denen wir die Hälfte schon von dem Volontärsseminar kannten.
Wir verließen gegen 17 Uhr Jerusalem und fuhren eine gute Stunde durch das, meist aus Wüste bestehende, Westjordanland nach Ein Gedi, einem kleinen Kibbutz, direkt am Toten Meer gelegen. Inzwischen war bereits der Tag der Dunkelheit der Nacht gewichen und dem Mondscheinbaden stand nichts mehr im Wege. Das Wasser betrug mindestens 30 Grad und es war schon ein sehr merkwürdiges Gefühl, in dieser salzigen Brühe zu schwimmen. Na ja, vom schwimmen kann eigentlich gar keine Rede sein, es ist eigentlich mehr ein sich Treiben lassen, immer dem Schein des Vollmonds, welcher sich auf der Wasseroberfläche spiegelte, entgegen. Es war schon ein ganz besonderes Gefühl am tiefgelengendsten Punkt der Erde (ca. 400m unter dem Meeresspiegel) in der salzigen Lauge ( 35 % Salzgehalt) zu plantschen. Und wie sollte es anders sein, der Prinzler hat's natürlich auch einmal wieder auf die Reihe bekommen, sich eine ordentliche Portion Salzwasser in die Augen zu befördern. Das ist natürlich äußerst dumm, aber noch bescheuerter ist es, wenn man aus natürlichen Reflex mit dem Finger im Auge herumfuchtelt und vorher vergessen hat, dass sie die Finger natürlich auch im Wasser befunden haben und man dadurch das schweinedolle Brennen nur noch verstärkt, so wie es der Prinzler in seiner Blödheit in Erstklassiker Ausführung betrieben hat.
Wir verweilten eine halbe Stunde im treibenden Zustand, um danach mit einem leckeren Picknick den Abend ausklingen zu lassen. Dabei wurden viele Ereignisse und Erfahrungen einander ausgetauscht. Gegen 22.00 Uhr ging es dann völlig geschafft gen Jerusalem, welches wir einen Stunde später erreichten und wo wir völlig übermüdet in unsere Betten fielen. Nach einem erholsamen Schlaf und einem deftigen Frühstück, was aus Pitta, Humus und Sarta bestand, trafen auch noch ein paar andere deutsche Volos aus Afula in der Wohnung auf der Rambam Street ein. Zu fünft zogen wir los zum „Zions-square“, wo wir Robert Hanschke (Spitzname: „Hanni unser Jugendmeister“), der andere Volontär aus der Wohnung, trafen, um mit ihm die Jerusalemer Altstadt unsicher zu machen. Die „Old City“ ist von einer riesigen Mauer umgeben, und nur über Tore zu betreten. Wir gelangten durch das Jaffa-Tor in das Gewirr von Gassen der Altstadt und wurde sofort Zeuge des belebten Treibens. Die Altstadt ist in vier Viertel aufgeteilt. Dem arabischen, dem christlichen, dem jüdischen und dem armenischen Viertel. Wir erkundeten erst einmal den riesengroßen Basar, wo einem Händler jeden möglichen Schrabbel und eine Vielzahl von Staubfängern anbieten, die man sich nur vorstellen kann. Die Atmosphäre ist schon etwas einzigartiges. Alles sehr eng uns verwinkelt, überall liegt der Geruch von frischen Kräuter, Ölen und Tabaksorten in der Luft, die Händler schreien nach Kundschaft und preisen ihre Waren in die Höhe, manche sitzen da uns klittschen Karten oder spielen mit einem leidenschaftlichen Gezeter, was für die durchweg arabischen Händler typisch ist, Backgammon. Nach einer halben Stunde gelangten wir durch das Gassenwirrwar zur sog. „Western Wall“ bzw. „Wailing Wall“, der Klagemauer. Bevor man sich diese aus nächster Nähe anschauen kann, muss man sich erst eine „Kipa“, eine kleine Kopfbedeckung, welche von den religiösen Juden getragen wird, aufsetzen, um dadurch Respekt vor Gott zu zeigen. Typisch für die Klagemauer sind die vielen handbeschrieben Zettelchen, welche in den Mauerritzen stecken. Anschließend folgt das Waschen der Hände, was die Reinwaschung der Seele symbolisieren soll. Wir setzten unsere kleine Erkundungstour mit dem Besuch der Grabeskirche fort, wo eine der beiden existierenden angeblichen Grabstellen Jesu zu finden ist. Die Kirche ist riesengroß und sehr dunkel und mystisch gehalten. Man hört von entfernten Räumen den Gesang von Chören und manchmal wird der Raum mit dem Duft von brennendem Weihrauch geschwängert, was einem, wenn man sich für einen längeren Zweitraum in diesem Geruch aufhält, auch ordentlich einlullt und in einem berauschenden Zustand versetzt.
Nach all diese Eindrücken bekamen wir natürlich schwere Beine und einen leeren Magen und da gibt es nichts besseres in Israel als einen Schewarma-Stand. Schewarma ist eine Pita, welche mit Gemüse und Fleisch gefüllt wird und ähnlich wie ein Döner mundet und da wir als Vertreter der Dönergeneration davon nicht genug kriegen können, kauft man sich natürlich gleich zwei von diesen leckeren Dingern.
Wieder in den heimlichen Gefilden der Rambam-Street angekommen, beschlossen wir den Verlauf des weiteren Abends.
Letztendlich entschieden wir uns, und wie sollte es anders sein, für eine ordentlich Jerusalemer Kneipentour mit unseren beiden Freunden und deren tschechischen Mitbewohner Stephan. Um die deutsch-tschechische Verbrüderung gebührend zu frönen, braucht man zweifelsohne jede Menge Alkohol und natürlich eine wohlbekömmliche Shischa, zu deutsch Wasserpfeife. Fazit des Abends: Besuch von 4 Kneipen, 100 Schekel Investition in israelisches Bräu, jede Menge guter Stimmung, wohlbekömmlicher Rauchgenuss und eine deutsch-tschechische Bruderschaft, die allein aus der Relation der vertilgten Menge von alkoholischen Flüssigkeiten für die nächsten 100 Jahre mit unumstößlicher Sicherheit Bestand haben wird.
Den nächsten Tag gestalteten wir eher etwas ruhig. Bernhard und Ich gingen nochmals in die Altstadt, wo ich mir vor Ort auch den Luxus erlaubt habe, mir ein paar neue Schuhe zu kaufen, da meine alten sich langsam aber sicher in ihre Bestandteile auflösen. Auch hatten wir das Glück gehabt, auf den Turm der Erlöserkirche zu gelangen und da wir Volontäre sind, kostete uns dass sogar keinen einzigen Schekel. Die Erlöserkirche ist das höchste Gebäude der Altstadt, und dem zu Folge hat man vom Turm eine unglaubliche Aussicht über die umliegenden Sehenswürdigkeiten, wie dem Tempelberg mit der Klagemauer und der Al-Aksa Moschee, sowie der Grabeskirche.
Am Abend zeigte uns Mathias noch den Wohnsitz vom amtierenden israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon, welcher lediglich 10 Minuten von der Wohnung entfernt ist und eher einem Hochsicherheitstrakt mit Wachturm, als dem Wohnsitz der mächtigsten Person des Landes gleicht.

Am nächsten Tag sollte unser Aufenthalt in der Hauptstadt Israel zu Ende gehen und wir verließen Jerusalem gegen 14.00 Uhr mit Bus in Richtung Haifa, welches uns mit einem atemberaubenden
Sonnenuntergang am Horizont des Meeres wieder willkommen heißen sollte. Die Briten, mit denen uns inzwischen Freundschaft verband, freuten sich auch, dass wir wieder da waren und der Alltag hielt wieder Einzug in unser beschauliches israelisches Leben. Dieser wurde jedoch mit dem anstehenden Filmfestival versüßt, welches in der darauf folgenden Woche in Haifa stattfand. Wir verbrachten viele Abende im GanHaem Park, gleich bei uns um die Ecke, wo wir in den Genuss von 5 Filmen kamen, welche kostenlos angeboten wurden. Am letzten Tag des Festivals, am Donnerstag, den 7.Oktober, wurde Israel wieder Opfer von schweren terroristischen Anschlägen im Sinai. Den Großteil der zu beklagenden Opfer stellten dabei israelische Touristen, die in den Touristenzentrum wie Taba, die Sukkot-Feiertage friedlich begehen wollten. Am Freitag rief uns sofort Nava an, um zu fragen ob es uns gut ginge und ob unsere Familien bescheid wüssten, dass uns nichts passiert sei. Von einer Freundin erfuhren wir über die Ausmaße der Anschläge, da ihre Tante in einem Krankenhaus von Taba arbeitete und die vielen Verwundeten bzw. Toten zu Gesicht bekam. Es ist schon sehr traurig zu wissen, wie viele Israelis durch solche Anschläge Familienangehörige zu beklagen haben und umso mehr erstaunlich, dass man ohne weiteres den Alltag fortsetzt und man diesen Ereignisse nach einer Woche nur noch wenig Beachtung schenkt, da man sich gezwungener Maßen an solche Situationen gewöhnt hat. Des Weiteren ist es auch beängstigend zu wissen, dass, wenn israelisches Truppen gegen militärische Stellungen im Gazastreifen vorgehen, die internationalen Medien diese Vorgehensweise so einseitig beurteilen und ihnen nur mit Kritik entgegentreten, jedoch kein Wort darüber verlieren, wie viele Raketen aus eben diesem besagten Gazastreifen von militanten Palästinensern tagtäglich auf jüdische Siedlungen, nahe des Gazastreifen abgeschossen werden und mitunter Juden verletzen, ihnen ihre Häuser zerstören oder gar Menschenleben zu beklagen sind.

Wie schon erwähnt, vertiefte sich unsere Freundschaft mit den Briten zusehends und wir verbrachten viele lustige und Alkoholgetränkte Abende mit ihnen und erkundeten jedes Wochenende die jeweiligen Lokalitäten, welche Haifa zu bieten hat und wo man ordentlich das Tanzbein schwingen kann. Besonders lustig war die Feststellung, wie wenig unser Amerikaner Leigh mit dem Umgang von alkoholischen Getränken geschult war, sodass wir ihn manchmal im stützenden Zustand aus den Clubs ziehen mussten, da er mal wieder zu tief ins Glas geschaut hatte.

Nach nun fast 4 Monaten, können wir stolz behaupten, bereits einen großen Freundeskreis aufgebaut zu haben. Schade nur, dass dieser in der kommenden Woche komplett auseinander fallen wird. Nachdem uns unsere Freunde Ori und Janif, bereits vor 2 Wochen in Richtung Deutschland beziehungsweise Indien verlassen haben, werden unsere britischen, französischen und amerikanischen Freunde, Haifa am morgigen Tag verlassen, da sie ihre Zelte nun in einem Kibbutz ganz im südlichen Negev, nahe dem Roten Meer, aufschlagen werden. Als ob dass noch nicht genug wäre, wird auch Jossi, unser israelischer Mitbewohner, am kommenden Donnerstag mit dem Flieger nach Berlin fliegen, um dort mit seiner deutschen Freundin für das nächste Jahr zu leben. Na, wenigstens werde ich ihn am Donnerstag Abend mit zum Flughafen von Tel-Aviv begleiten, da ich da unsere neue Reisegruppe, bestehend aus fünf deutschen Journalisten, abholen darf und mit dem Taxi nach Haifa befördern soll.

Dafür hatten wir aber in den letzten Wochen genügend Gründe gefunden, ordentlich die Sau raus zulassen und mächtig Party zu machen. Zum Beispiel zum Sukkot-Fest, wo es Brauch ist, dass man unter einer selbstgebauten „Sukka“, einer Hütte aus Palmenblättern, feiert. Auch waren wir einmal in einer Disco in einem Kibbutz, ca. eine halbe Stunde Autofahrt von Haifa entfernt. Man merkt sofort dass man sich in einem Kibbutz befindet, denn sofort nachdem man den Kontrollposten passiert hat, wird man von einem muffeligen Rindergestank in Empfang genommen, was bei mir, da ich nun mal aus Strehla komme, ein wenig Heimatgefühle hervorgerufen hatte. Die Disko ähnelt dem zu Folge auch mehr einer Dorfkaschemme, wo aber gute Stimmung und reichlich billiges Bier zu Hause ist. Und damit wären doch die Grundvoraussetzungen für einen amüsanten Abend durchaus zufrieden gestellt.

Es ist also ein Kommen und Gehen. Man lernt viele Leute kennen und muss sich aber auch von einigen Schmerzlicherweise verabschieden. Ich treffe mich inzwischen, neben meinen Besuchen bei Frau Zucker, auch einmal wöchentlich mit einem Israeli, welcher vor 9 Jahren von Russland nach Israel kam. Er heißt Aleksej und möchte nächstes Jahr in die Schweiz, um dort zu studieren. Sein Deutsch ist schon recht passabel, da er sich bereits mit meinem Vorgänger Jakob einmal pro Woche getroffen hatte. Wie ich ihm aber den Schweizer Dialekt beibringen soll, oh man, da hab ich doch keine Ahnung von, na mal schauen, „diss wirchd kschon gschif gahn“. Frau Zucker geht es inzwischen immer besser und ich habe inzwischen schon mit Agenten in Deutschland telefonieren dürfen und mich, da Frau Zucker darauf besteht, als ihren Sekretär vorgestellt und ihnen ihr Manuskript zu ihrem neuen Buch, welches sie mit Jonas geschrieben hat, zukommen lassen. Mal schauen, vielleicht wird das ja auch so erfolgreich wie ihre bisherigen Bücher. Momentan schreiben wir noch nicht an neuen Kurzgeschichten, sondern müssen erstmal bürokratisches Zeugs erledigen, was sie aufgrund ihres Schlaganfalls, nicht machen konnte und sich immer mehr anstaute. Doch es ist schon spannend genug mit ihr erstmal ein Stück Kuchen zu essen, Tee zu trinken und ihr dabei bei ihren tollen Geschichten zuzuhören.

Übrigens leben Bernhard und Ich seid dem 08.Oktober illegal in Israel, da unser dreimonatiges Visum abgelaufen ist, wir aber bei dem Stress im deutschen Büro nicht die Zeit gefunden haben, den Schreibkram, welchen Silvi noch ausfüllen muss, an die jeweiligen Einrichtungen zu schicken.

Außerdem ereignete sich am Freitag, also gestern, ein Novum.
Es hatte zum ersten Mal geregnet. Aber wie!!!
Richtiger Regenguss, es hat geschüttet wie aus Eimern. Ich bin dauern aufgewacht, da mein Bett direkt am Fenster steht. Und irgend wann, ich lag gerade im Halbschlaf, ist höchstens 500m von unserer Wohnung entfernt, ein Blitz eingeschlagen, aber mit so einem sch.... lautem Donner hintendran, das es mich prompt aus meinem Halbschlaf auf die nackten Tatsachen meines gefliesten Zimmerbodens befördert hat.

Vielleicht noch ein politischer Kommentar.
Letzte Woche beschloss die „Knesset“ ein Gesetz, was die Niederlegung der gesamten jüdischen Siedlungen im Gazastreifen und vier Siedlungen im Westjordanland beinhaltet. Dies war ein erster und äußerst wichtiger Schritt zur Wiederaufnahme der Friedensgespräche zwischen Palästinensern und Israelis. Besonders beeindruckend war dabei, dass Scharon mit aller Macht diese Gesetz durchsetzte und sogar Abgeordnete seiner eigenen Partei und Regierungsmitglieder, welche gegen ihn stimmten, mit sofortiger Wirkung beurlaubte. Das kontroverse daran ist, dass Scharon die Siedler vor Jahren selber aufforderte, die Siedlungen zu bauen und zu erweitern. Vielleicht kann man das als Zeichen sehen, das man dem Ziel eines eigenen Palästinenserstaates ein wenig näher rückt. Doch die Zukunft wird noch viele neue Ereignisse und Bewegungen in diesen Konflikt bringen und es wird auch weiterhin viele Anschläge geben, die die Verhandlungen aufhalten sollen und letztendlich das Leid der Zivilbevölkerung nur noch weiter vergrößern werden. Aber vielleicht öffnen sich
mit diesem Abzugsplan auch einige Palästinenseraugen, die feststellen werden, dass der Staat Israel, keinen Dämonen darstellt, wie es der palästinensischen Bevölkerung seit Jahrzehnten durch militante Gruppen wie der Hamas eingetrichtert wird, welche letztendlich die heranwachsende Generation mit Hass gegenüber dem jüdischen Volk Israel vergiftet. So, dass wäre es für den Moment, dass nächste mal schreib ich euch von dem Besuch des Bläserensembles Riesa in Haifa und hoffentlich von vielen anderen lustigen und spannenden Bekanntschaften, Ereignissen, dem hoffentlich geglückten Gang zum Innenministerium einschließlich der Verlängerung unseres Visums und vielleicht auch von einer amüsanten Segelgeschichte, denn heute erzählte uns Barry, der Bruder Sean Connery’s und ewiger Gentleman, dass sein Freund ein Segelboot besitzt und wenn wir Lust hätten die Segel zu setzen und in See zu stechen, bräuchten wir uns nur zu Wort melden und auf geht's gen Horizont immer der Sonne entgegen. Wenn wir aber Pech haben, schreiben wir euch aus einer Gefängniszelle ein paar Liebgemeinte Zeilen auf gelblichen Butterbrotpapier und essen Brot und trinken abgestandenes Leitungswasser, denn dann haben wir keine Visumsverlängerung bekommen und wurde aufgrund unser ins uns wohnenden kriminellen Energie inhaftiert und ins Verließ von Akko gebracht und eingesperrt.

In diesem Sinne.

Jom tov, Lehitraot.

Der euch schreibende Robert

Und wie immer gebe ich (Bernhard) noch meinen Senf dazu!

Das meiste wurde ja schon durch Robert erwähnt. Auf Arbeit gibt es keine großen Veränderungen, außer dass es einmal Stress gab, obwohl bis heute noch nicht ganz genau weiß, wie und warum. Aber das ist so eine Sache bei den Israelis. Worauf ich mich schon freue, wird das neue Studio sein, was im Media Center von Orange gesponsert neu eingerichtet wird. Deswegen ist Amir auch die ganze Zeit am telefonieren und macht manchmal ein genervten Eindruck. Was ich noch zum Thema Arbeit erwähnen kann, ist, dass ich seit einigen Wochen an einem Logo für das Rutenberg Media Center arbeite und am Ende der gute Chef David Rutenberg nie wirklich einverstanden ist. Mal sehen wie lange das noch geht. Sonst läuft es ganz gut auf Arbeit und nächste Woche wird es noch ein bisschen ruhiger, da die Briten, mit denen wir sehr viel Spaß hatten, weiterziehen. In einer Woche kommt dann noch eine kleine deutsche Journalistengruppe, die ein paar Tage in Haifa verweilen wird. Und dann kommt auch schon in zwei Wochen das Bläserensemble Riesa.

Neben den Jerusalem- Besuch, dem Mondscheinbaden und anderen Erlebnissen, hatten wir Besuch von anderen Volontären, unter anderem von unseren Freunden aus Jerusalem, Robert und Mathias. Mathias war mit seinen Eltern unterwegs und machte bei uns Station, da man von uns aus gut den Norden Israels erkunden kann. Robert kam aus reine Laune uns besuchen. Wir präsentierten wie fast allen Besuchern die günstige Lage zum Meer und andere schöne Seiten Haifas. Weiterhin sind nun die anderen deutschen Volontäre von ASF einen Monat in Haifa und da gibt es immer einiges zu unternehmen.

Zur Band gibt es nicht weiter viel zu sagen, außer das es ziemlich langsam voran geht. Im Vordergrund steht jetzt der Besuch des Bläserensembles und da gibt es noch einiges zu organisieren.

Update: Am kommenden Dienstag werde ich auch eine ältere deutsche Frau besuchen gehen. Einer unserer Vorgängervolontäre vom Rutenberg Institut hatte dies auch schon getan. Vorab wurde mir erstmal gesagt, dass ich bei ihren Computerarbeiten helfen soll. Aber mich interessiert natürlich auch, was die Frau so zu erzählen hat. Da bin ich schon gespannt drauf.

Dann doch noch einmal kurz etwas zur Arbeit. Heute war ich mit Nitsan, einer Lehrerin am Media Center, in einer privaten israelischen Grundschule. Dort gibt sie Unterricht im Umgang mit Kameras. Ich durfte dann den Kindern beim gegenseitigen Interviewen assistieren, was unter anderem ganz lustig war, obwohl ich eigentlich nichts verstanden habe. Aber es war krass zu sehen, wie man als Lehrer am Anfang der Stunde eine viertel Stunde kämpfen muss, um die Kinder zur Ruhe zu bringen. Andererseits zeigte sich mir sehr deutlich in was für einer doch verschärften Situation die Israelis leben. In der Klasse war ein Kind, was damals im Maxim Restaurant saß, das 2003 von einem Anschlag zerstört wurde. Der Junge verlor dadurch sein Augenlicht. Dies zeigt irgendwo doch, dass man hier einer ganz anderen Lebenssituation gegenübersteht, auch wenn es nicht wirklich auffällt, wenn man durch die Straßen Haifas geht. An die Soldaten gewöhnt man sich nämlich ziemlich schnell.

In ein paar Wochen gibt es dann wieder was Neues, wenn wir nicht von der Polizei wegen illegalen Aufenthaltes eingekerkert wurden. Aber die Gefahr können wir morgen abwenden, denn das Visum kommt hoffentlich.

Dann bis zum nächsten Geschrieben, der Bernhard ;-)

PS: Ich war nun auch beim Haarschneider und bin eine Menge Gewicht los geworden. Wollte schon meine Haare spenden aber habe es dann doch nicht. Zumindest sind se jetzt pflegeleichter und die können wieder ein paar Monate wachsen, mal sehen ob es wieder ein Zopp wird...

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